Sagen aus Aerzen und Umgebung:

Die fünf Eichen bei Selxen

 

Die fünf Eichen standen auf einem grünen Fleck, in der Nähe vom Dorfe Selxen, dicht an der Strasse, die nach Aerzen führte.                                                                     Bei diesen Eichen sollte es, wie erzählt wurde, zur Nachtzeit nicht geheuer gewesen sein, und es sollten auch Gespenster ihren Spuk getrieben haben.          Vor vielen Jahren soll unter den Eichen Blut von Unschuldigen vergossen worden sein, und es wurden 2 Eichen davon bespritzt.  Diese Eichen wurden welk und gingen ein. Sooft man dafür neue anpflanzte, vertrockneten diese, sodass nur 3 große Bäume stehen blieben. Trotzdem sprach man immer nur von den fünf Eichen bei Selxen. Viele gruselige Geschichten erzählte man sich von diesem Ort.                                                                                                                                                          Am Tage konnten Hirten oder Wanderer ruhig im Schatten Rast machen. In der Nacht aber war der Ort verrufen. Man erzählte, dass dann dort große schwarze Hunde mit tellergroßen Augen, die schrecklich leuchteten, herumliefen. Auch dreibeinige Hasen humpelten hier. Vom Totenberge, der in der Nähe lag und wo manch ein verurteilter Verbrecher sein Ende fand, kamen bleiche Gestalten, die ihren Kopf unterm Arm hielten,herunter.                                                                                                                                       Man erzählte auch, dass einem alten Handelsmann aus Aerzen an den fünf Eichen eine seltsame Begebenheit passiert sei. Er kam auf dem Heimweg hier vorbei und sah auf dem Rasen eine weiße Gans sitzen. Er packte sie und steckte sie in seine leere Kiepe. Als er weiterging, wurde die Kiepe immer schwerer. Als er vor Anstrengung keuchte und sich auf seinen Krückstock abstützen musste rief von hinten ein Stimme:" Bring mich sofort zurück, sonst bist du dem Tod verfallen." Als er sich vor Schreck umsah, erblickte er, dass in der Kiepe ein altes Weib mit fahlgelben Gesicht und widerlichen roten Augen saß. Mit unsagbarer Furcht kehrte der Mann zu den Eichen zurück, und hat die Alte abgesetzt. Als sie aus der Kiepe gekrochen war sagte sie höhnisch." Nun sollst du deinen Lohn haben" und gab ihm einen Schlag mitten ins Gesicht. Der Handelsmann kam danach todesmatt nach Hause und soll danach noch eine lange Zeit krank gewesen sein.                                                                                                                        Das selbe Unheil soll einem längst verstorbenen Chirurgus aus Aerzen passiert sein, der ein weißes Kaninchen vom Platz an den fünf Eichen mitgenommen hat.                   Als ein armer Mann aus Aerzen die Stelle an den Eichen passieren wollte, versperrte ihm eine Mauer den Weg. Die Mauer verschwand erst nachdem er ein Vaterunser gebetet hatte.                                                                                                                                    Zwei Burschen aus Groß Berkel, die von der Arbeit nach Hause gingen, erzählten, dass ihnen an den fünf Eichen ein seltsames Wesen begegnet sein soll. Es habe weder Kopf ,noch Füße und Arme gehabt und sich doch von der Stelle bewegt und dabei gestöhnt.                                                                                                                                           Auch erzählt man, dass bei den fünf Eichen bisweilen zur Nachtzeit nackte Jungfrauen tanzen.

nach Hermann harrys